Sprachfördernde Impulse mit leicht zu deutenden Bildkarten: das Kamishibai

Sprache ist der Schlüssel zur Welt

Wir brauchen Sprache, um uns mit anderen Menschen zu verständigen, die Welt anzueignen sowie Beziehungen einzugehen und Bedürfnisse zu äußern. Sie ist der Schlüssel zur Welt und dient als wichtige Grundlage das eigene Leben aktiv zu gestalten. Im Kindergarten mittendrin sind wir uns der daraus resultierenden Verantwortung bewusst, Kinder beim Spracherwerb aufmerksam zu begleiten und sehen dies daher nicht als Standard, sondern betrachten die sprachliche Bildung als unseren wichtigsten Bildungsschwerpunkt. In diesem Zusammenhang erleben Kinder bei uns Sprache als etwas alltägliches: wir lernen sie nicht zu festgelegten Zeiten, wir folgen nicht festgelegten Inhalten nach festgelegten Plänen, denn wir sind nicht die Schule. Wie genau also setzen wir das um?

Sprache multimedial erleben: Kinder, Eltern und Fachkräfte beim Bilderbuchkino auf Leinwand

Sprachliche Bildung in mittendrin: mittendrin in Sprachlicher Bildung

Im Unterschied zur Sprachförderung geht es bei der Sprachbildung darum, alle Kinder in ihrer natürlichen Sprachentwicklung im pädagogischen Alltag ganzheitlich anzuregen. Somit erfolgt Sprachbildung bei all unseren Kindern jederzeit, unabhängig davon, ob ein- oder mehrsprachig, sprachlich schnell entwickelt oder nicht. Alle Kinder benötigen sprachliche Vorbilder, welche Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Sprechfreude im Alltag spielerisch vermitteln. Jede unserer pädagogischen Fachkräfte sieht sich als Sprachvorbild, die jedem Kind mit einer kommunikativen Grundhaltung begegnet, auf Augenhöhe mit ihm spricht, Blickkontakt hält und Zeit gibt, seine Aussage zu überdenken. Während des Gesprächs ist es bedeutsam Interesse zu zeigen, offene Fragen zu stellen, dem Kind aufmerksam zuzuhören und vor allem das Kind ausreden zu lassen.

Die Dokumentenkamera im Einsatz, geht auch ohne Dokumente

Unsere pädagogischen Fachkräfte setzen bewusst Sprachlehrstrategien ein und schaffen ein kommunikatives Umfeld, um vielfältige Sprachanlässe im Alltag zu ermöglichen. Kinder werden mit ihren Fragen und Bedürfnissen ernst genommen und finden in den Fachkräften stets feinfühlige Dialogpartner*innen. Um zudem die Entwicklungsthemen des Kindes kennen zu lernen - also Themen, die es momentan interessiert, motiviert und die somit wertvoll für die pädagogische Planung der Fachkräfte sind - dienen offene Beobachtungen. Hierbei setzt sich die pädagogische Fachkraft zum kindlichen Spielgeschehen dazu, beobachtet und nutzt diese Situationen, um wiederum mit den Kindern in einen Dialog zu kommen.

Um den Entwicklungsstand korrekt zu erfassen, kommen systematischen Beobachtungsinstrumente zum Einsatz. Hier werden neben Basiskompetenzen, wie der auditiven Wahrnehmung und der Mundmotorik, sprachliche Kompetenzen wie Motivation und Interesse an sprachlichen Aktivitäten, Sprachverständnis, Sprachhandeln, Wortschatz, Grammatik und die Lese- und Schreibkompetenz (Literacy) fetsgestellt. Unseren Fachkräften stehen hierbei sowohl zahlreiche Instrumente wie z.B. BaSiK zur Verfügung, doch auch eine moderne Herangehensweise wie die Videografie kann gewählt werden.

Ohrensessel in Kindergröße laden zum Verweilen ein
Eine Bücherauswahl auf Kinderhöhe und überschaubar abgegrenzte Lesebereiche

Räume für Sprachliche Bildung

In ihrer Begleitung der Kinder unterstützt werden unsere Fachkräfte auch von unseren Räumlichkeiten. In jeder Gruppe bzw. jedem Bereich unserer Einrichtung gibt es gemütlich ausgestaltete Leseecken. Unsere Kinder finden einen vielfältigen Buchbestand mit verschiedenen Arten von Büchern. Diese reichen von Bilderbüchern, Sachbüchern und Wimmelbüchern bis hin zu mehrsprachigen Büchern, die auch Einblicke in kulturelle Unterschiede und die Vielfältigkeit von Schriftarten und -weisen aufzeigen. Neben den Leseecken finden sich auch zwei Kinder-Bibliotheken in unserem Haus. In diesen Räumen bietet sich für die Fachkräfte die Möglichkeit u.a. auch zum dialogischen Lesen, eine Methode, welche den Fokus hat, dass die Kinder die Erzählrolle einnehmen. Es ist eine besondere Form des Vorlesens, bei der Vorlesende und Zuhörende in einen gemeinsamen Austausch gehen. Unterbrechungen beim Lesen sind also ausdrücklich erwünscht und unterstützen die Sprachfreude und den Wortschatz der Kinder.

Schlussendlich setzen wir auch bei unseren Ordnungssystemen und in den Garderoben auf Schriftbilder statt z.B. auf die Vergabe eines Piktogrammes für jedes Kind. Auf den Spielzeugkisten in den Gruppenräumen ist stets das Bild des Spielzeuges, welches in die Kiste kommt, als auch die in Großbuchstaben geschriebene Bezeichnung des Spielzeuges zu sehen. Genauso verhält es sich in der Garderobe: das Foto des Kindes sowie sein Name und sein Geburtsdatum ziert jeden Garderobenplatz. Es geht hier nicht darum, dass das Kind alles lesen kann - doch es beschäftigt sich mindestens unterbewusst regelmäßig mit Schriftbildern, die es irgendwann woanders wiedererkennt. Auf diese Weise wird - ganz ohne Druck - Interesse erzeugt und der Grundstein für das weitere Lernen gelegt. 

Weitere Informationen

Ansprechpartner in mittendrin sind unsere Multiplikatorin für Sprachliche Bildung.

Mehr zur kindlichen Sprachbildung bei Fröbel insgesamt erfahren Sie hier.

Die mittendrin Bücherbox

Was hat es mit der grünen Telefonzelle im Garten auf sich?

Nun, angerufen wird hier niemand mehr, aber aufgerufen sind alle Kinder und Eltern, unsere mit den Kindern im Garten feierlich eröffnete Bücherbox zu nutzen. Sie ist ein Tauschplatz für Bücher, den alle Kinder und ihre Familien von mittendrin nutzen können. Sie soll ein Ort sein für Bücher mit Bildern, für jüngere Kinder, Geschichten zum Vor- und Selbstlesen, zum anregenden Austausch und in vielfältigen Sprachen. Aber auch z.B. Bildbände, Lieder und Kreativbücher usw. können ihren Weg hierher finden. Sehen auch Sie die Bücherbox gern als Anlass, am Nachmitag gemeinsam mit den Kindern im Garten vorzulesen, Bilder zu betrachten und sich auszutauschen. Vorlesen regt die Fantasie an, bietet Raum zum Denken und unterstützt die Lese- und Scheibkompetenz. Besonders bedeutend ist das Vorlesen und dazu Erzählen für die Sprachliche Entwicklung.

Es gibt 2 Bereiche innerhalb der Box:

  1. Oberer Bereich: ein Ort für Kinderbücher zum Mitnehmen, Austauschen, Mitbringen. Ganz im Sinne von: nimm meins, bring deins.  

  2. Unterer Bereich: ein Ort für Kinderbücher sowie Kissen und Decken für die Kinder im Garten. Diese Bücher bleiben in der Bücherbox. Kinder und pädagogische Fachkräfte nehmen Bücher zum Anschauen und zum Vorlesen.

Viel Spaß beim Entdecken, Lesen und Tauschen!